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Blind tippen lernen Schritt für Schritt: Der Weg für Eltern zu Hause

Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Blind tippen lernen Schritt für Schritt heißt: erst die Grundstellung, dann die Reihen darüber und darunter, zuletzt Großbuchstaben und Satzzeichen. Der Blick bleibt dabei auf dem Bildschirm. Hier steht, wann Ihr Kind weitergehen darf und was Sie tun, wenn es wieder auf die Tasten schaut.

Was „blind tippen“ genau bedeutet

Beim Blindtippen, auch Tastschreiben oder Zehnfingersystem genannt, schaut Ihr Kind auf den Bildschirm und nicht auf die Tastatur. Jeder Finger ist für bestimmte Tasten zuständig und kehrt danach in die Grundstellung zurück. Die Finger „wissen“ mit der Zeit, wo die Tasten liegen.

Das Gegenstück ist das Adlersuchsystem: Man kreist mit ein oder zwei Fingern über der Tastatur und sucht jeden Buchstaben mit den Augen. Das funktioniert, aber der Blick springt ständig zwischen Tasten und Text hin und her.

Wichtig für Sie als Begleitung: Blind tippen ist keine Frage von Tempo. Es ist eine Gewohnheit, die Schritt für Schritt entsteht. Die Technik im Detail finden Sie in unserem Ratgeber zum Zehnfingersystem für Kinder. Hier geht es um Ihre Rolle: Wann geht es weiter, und was tun Sie bei Rückschritten?

Die feste Reihenfolge: Von der Grundstellung zu den Satzzeichen

Wer blind tippen lernen Schritt für Schritt angeht, hält die Portionen bewusst klein. Wer zu schnell zu viele Tasten auf einmal übt, greift schnell wieder zum Hinschauen.

Schritt 1: Die Grundstellung

Auf der deutschen QWERTZ-Tastatur liegen die Finger der linken Hand auf A S D F, die der rechten auf J K L Ö. Die Zeigefinger ruhen auf F und J. Dort sind bei vielen Tastaturen kleine Erhebungen zu fühlen, an denen sich Ihr Kind ohne Blick orientieren kann. Die Daumen gehören auf die Leertaste.

Schritt 2: Die Reihe darüber und darunter

Dann kommen die obere Reihe (Q W E R T Z U I O P Ü) und die untere Reihe (Y X C V B N M). Achtung: Auf der deutschen Tastatur liegt das Z oben und das Y unten. Das verwirrt Kinder anfangs, die schon Englisch-Tastaturen gesehen haben. Die Finger fahren von der Grundstellung aus zur Taste und wieder zurück.

Schritt 3: Großbuchstaben, Satzzeichen, Zahlen

Zum Schluss folgen die Umschalttaste für Großbuchstaben (mit dem kleinen Finger der Gegenseite), Punkt, Komma, Fragezeichen, Umlaute, ß und die Zahlenreihe. Erst jetzt lässt sich ein ganz normaler Satz mit Großschreibung und Satzzeichen tippen.

Welcher Finger zu welcher Taste gehört, erklärt der Beitrag Fingerhaltung: Welcher Finger auf welche Taste? ausführlich.

Woran Sie merken, dass ein Schritt sitzt

Sie müssen kein Tippexperte sein, um das zu beurteilen. Drei Beobachtungen genügen:

Wenn das an mehreren Tagen hintereinander klappt, ist der Schritt solide. Ein guter Tag allein reicht nicht, denn die Tagesform schwankt bei Kindern.

Achten Sie auf Treffsicherheit, nicht auf Geschwindigkeit. Wer sauber tippt, wird mit der Zeit von allein schneller. Wer zuerst rast, übt sich Fehler und falsche Finger an. Wie lange das insgesamt dauern kann, lesen Sie in Zehnfingersystem lernen: Wie lange dauert es?

Zehnfingersystem zu Hause üben: Ein Plan für 10 bis 15 Minuten

Kurz und regelmäßig schlägt lang und selten. Probieren Sie es heute so:

  1. Sitzposition prüfen. Die Füße stehen auf dem Boden, die Unterarme liegen locker, der Bildschirm ist auf Augenhöhe. Bei Schmerzen in Händen oder Armen hören Sie auf und sprechen mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
  2. Grundstellung finden. Ihr Kind legt die Finger auf A S D F und J K L Ö und ertastet die Erhebungen auf F und J.
  3. Ein bis zwei Minuten aufwärmen mit den Tasten, die schon sitzen.
  4. Etwa 8 bis 10 Minuten neue oder wackelige Tasten üben. Nicht mehr als eine kleine Neuerung pro Einheit.
  5. Aufhören, solange es noch Spaß macht. Loben Sie saubere Treffer, nicht das Tempo.

Wenn Sie planen möchten, wie viel Übungszeit pro Tag sinnvoll ist, hilft Wie lange sollten Kinder täglich tippen üben? weiter.

Wenn Ihr Kind wieder auf die Tasten schaut

Rückfälle gehören dazu. Besonders nach den Ferien, bei Müdigkeit oder wenn plötzlich neue Tasten dazukommen, schaut fast jedes Kind wieder hin. Das ist kein Zeichen von Faulheit.

So reagieren Sie ruhig und hilfreich:

Fällt Ihrem Kind das Lernen insgesamt schwer, etwa bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten oder Konzentrationsproblemen, sprechen Sie mit der Klassenlehrkraft, der Schule oder einer Ärztin bzw. einem Arzt. Diese kennen Ihr Kind und können passend beraten.

Ein Beispiel: Ein Spiel, das Buchstaben einzeln einführt

Wenn Sie nicht selbst jede Übung zusammenstellen möchten, kann ein Spiel diese Reihenfolge übernehmen. Ein Beispiel ist Typcoon: Nightcode. Es ist ein Tippspiel für Kinder von etwa 7 bis 12 Jahren, das im Browser auf Laptop oder Computer mit echter Tastatur läuft. Die Geschichte: Eine KI hat eine ganze Stadt abgeschaltet, und jeder Befehl, den Ihr Kind tippt, schaltet ein Stück davon wieder ein. Am meisten bringt sauberes Tippen.

Das Spiel führt Buchstaben einen nach dem anderen ein, erst wenn die vorherigen sitzen, und bringt schwierige Buchstaben öfter zurück. Auf der Bildschirmtastatur leuchtet die nächste Taste in der Farbe des Fingers, der sie drücken soll, sodass der Blick auf dem Bildschirm bleibt. Die deutsche QWERTZ-Belegung mit Umlauten und ß wird unterstützt.

Die Grundstellung und der erste Stadtteil, der Hafen, sind kostenlos, ohne Zeitlimit, ohne Konto und ohne Werbung. Der Rest ist eine einmalige Freischaltung für die Familie, ohne Abo; Ihr Kind kann nie selbst etwas kaufen. Nach 10 Minuten meldet das Spiel, dass das heutige Training geschafft ist; Ihr Kind darf weiterspielen, wird aber nicht gedrängt. Sie können es direkt hier ausprobieren. Mit einem optionalen Elternkonto sehen Sie, wie viele Minuten Ihr Kind pro Tag geübt hat und welche Buchstaben schon sicher sind.

Häufige Fragen

Wann darf mein Kind zum nächsten Schritt übergehen?

Wenn der Blick auf dem Bildschirm bleibt, die Trefferquote an mehreren Tagen hintereinander bei etwa 90 Prozent liegt und die Finger selbstständig in die Grundstellung zurückfinden. Ein einzelner guter Tag reicht nicht.

Ist es schlimm, wenn mein Kind zwischendurch auf die Tastatur schaut?

Nein, das ist normal, besonders bei neuen Tasten, Müdigkeit oder nach den Ferien. Gehen Sie ruhig einen Schritt zurück, üben Sie die sicheren Tasten und bleiben Sie freundlich. Mit etwas Geduld bleibt der Blick wieder auf dem Bildschirm.

Wie viel sollte mein Kind pro Tag blind tippen üben?

Für den Anfang genügen 10 bis 15 Minuten am Tag. Kurze, regelmäßige Einheiten helfen mehr als eine lange Übungsstunde am Wochenende. Hören Sie lieber auf, solange es noch Spaß macht.

Muss ich selbst das Zehnfingersystem können, um mein Kind zu begleiten?

Nein. Sie müssen nur wissen, wo die Grundstellung liegt (A S D F und J K L Ö), und darauf achten, dass der Blick auf dem Bildschirm bleibt und Ihr Kind sauber trifft. Den Rest kann ein gut aufgebautes Übungsprogramm übernehmen.

Screenshot von Typcoon: Nightcode: eine Stadt bei Nacht mit ein paar Blöcken in Neonlicht, Mentorin Mila am Funk und eine Mission, die gleich beginnt.

Tippen lernen und dabei eine Stadt wieder einschalten

In Typcoon: Nightcode schaltet jeder Befehl, den Ihr Kind tippt, ein Stück einer verdunkelten Stadt wieder ein. Sauberes Tippen bringt am meisten – so lernt Ihr Kind das Zehnfingersystem, ganz ohne es zu merken. Kostenlos ausprobieren, kein Konto nötig.

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